Sommerloch: Wirbel um Bordell-Flatrate
Bild: Kontroverse Diskussionen um Prostitution sind berechtigt - bloße Annahmen von Journalisten und Gutmenschen aber nicht.
Foto © 2007 by steve weaver (link)
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Im Sommerloch sind Journalisten immer auf der Jagd nach Sensationen, und nun hat sich endlich etwas gefunden, was jedem Journalisten den Mund wässrig macht: Die Diskussion um einen Puff hat in Fellbach bei Stuttgart zu einem neuen Streit um das Prostitutionsgesetz geführt.
Dabei ist der Anlass eher trivial: Ein neues Freudenhaus bietet Freiern eine „Flatrate“ von 100 Euro – dafür bekommen sie nach der Werbung des Bordells alles, was sie wollen zum Fixpreis, wobei die Bordellgeschäftsführerin allerdings einschränkt, dass es „dafür nur das billigste Bier“ gäbe.
Die aggressiven Ankündigungen des Bordells allerdings haben nun die Gutmenschen auf den Plan gerufen, die „in einem offenen Brief an Politiker … eine Änderung des seit 2002 geltenden Prostituiertengesetzes“ forderten. Unterschwellig soll damit suggeriert werden: Frauen werden in Bordellen erniedrigt, und eben besonders, wenn eine Flatrate angeboten wird.
Was ran ist, am Erniedrigungsvorwurf, wissen die Journalisten natürlich nicht – wie es üblich ist, lässt man sich mit Versatzstücken und Verallgemeinerungen von Beobachtern abspeisen, wie „das Rotlichtmilieu sei untrennbar mit Kriminalität verbunden“ – ansonsten wird über die Grenzen von Freiwilligkeit und Zwang orakelt. Auch das macht sich immer gut.
Was die Flatrate, die nichts als ein unternehmerisches Konzept darstellt, ursächlich mit der angeblichen Zwangsprostitution zu tun hat, ist und bleibt ein Rätsel – und auch warum es „wegen des Flatrate-Konzepts … wahrscheinlich nur eine Frage der Zeit (sei), bis es zu Problemen kommen werde“.
Würde die Sache nicht “Flatrate“ heißen und sich nicht an die „Geiz-ist-Geil“-Generation wenden, so würde wahrscheinlich kein Huhn und kein Hahn danach krähen – Pauschalpreise für erotische Dienstleistungen, Rollenspiele und Begleitungen sind ja nun wirklich nicht neu und werden auch anderwärts nicht beanstandet – nur trinkt man mit den Damen dann auch nicht das „billigste Bier“.
Zitate: ZDF.
Für Ihre Freude: Hier ein Video "Love for Sale".








