Ersäuft die Erotikliteratur in Östrogen?

frauenlust

Angeblich droht die Erotikliteratur, in Östrogen zu ersaufen – oder anders ausgedrückt: Immer mehr Frauen drängen in die Nische „Erotikliteratur“ und verdrängen die schreibenden Männer.

Daraus ist ein neuer Kleinkrieg zwischen Frauen und Männern entstanden, die sich echauffieren, wer denn nun bitte die „besseren“ Erotik- und Sexstorys schreibt. Dabei meinen die Männer, Frauen würden über den Sex ungefähr so schreiben wie über das Essen, während Männer eher so schreiben würden, als würde ihr harter Büroalltag im Bett fortgesetzt.

Was macht nun aber gute erotische Literatur aus? Geilheit gepaart mit Frechheit, scheinen die meisten jungen Autorinnen und Autoren zu denken, die im Internet schreiben – doch leider kommen sie über Stil und Charakter eines Schulaufsatzes selten hinaus. Ich meine, es sei Ehrlichkeit, gepaart mit Finesse. Zwar wollen die Leser erotischer Literatur selten wissen, wie ganz gewöhnliche Paare sich in häuslichen Betten lieben, aber sie wollen auch keine Szenen, die so wild und verwegen sind, dass sie sich bereits emotional abkoppeln.

Was bei Frauen noch dazu kommt: Die meisten von ihnen schreiben eine Literatur, die Emotionen, Gedanken und körperliche Reaktionen vereint und die durchaus auch Bisexualität als Möglichkeit einbeziehen. Bei Männern ist da schon eher eine Entweder-oder-Mentalität zu spüren: Wer schwul schreibt, der ist es auch, und wer für die Stinos schreibt, versucht meist eher, den großen Macker herauszuhängen, der stolz die Anwendungsmöglichkeiten seiner Liebhaberqualitäten schildert.

Na – und was meinen Sie? Ist die erotische Literatur bereits östrogendurchtränkt oder ist dies alles nur ein urbaner Mythos?

Mehr: Via Nerve in der LA Times

Bild © 2009: Alaskan Dude

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