Braucht man eine neue Vibrator-Technologie?

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Vibratoren sind – recht grob definiert – Geräte, mit denen der weibliche Genitalbereich mechanisch stimuliert werden kann. Dabei wird oft heftig diskutierte, ob Vibratoren für Frauen Penisform haben müssen, also in die Vagina eingeführt werden sollen, oder besser nur zur Stimulation der Klitoris oder der Schamlippen eingesetzt werden sollten.

Diese Diskussionen sind zwar müßig, weil sie recht individuelle Fragen ansprechen, die nur jede Frau selber beantworten kann, doch wird sie immer wieder geführt, um für bestimmte Vibratoren zu werben.

Soweit Vibratoren für Frauen betroffen sind, kann jedoch zwischen drei Vibratorformen unterscheiden werden, die auch die Funktion bestimmen:

- Stabmassagegeräte, die den Penis imitieren,
- Klitoralvibratoren, die die unmittelbar auf die Klitoris wirken
- Auflagevibratoren, die den gesamten Schamhügel anregen

Alle anderen Vibratoren sind mehr oder weniger Ableger dieser drei Grundverfahren oder sie kombinieren mehrere dieser Verfahren.

Zwar gibt es auch eine Diskussion über die Materialien, doch hat sich mittlerweile medizinisches Silikon als Standardmaterial für die Außenhaut durchgesetzt.

Das Prinzip des Vibrators: Billigste Technologie, schön verpackt

Die eigentliche Vibration, die dem Vibrator den Namen gab, wird von einem exzentrisch an einem Gleichstrommotor angebrachten Gewicht erzeugt, dessen Schwingungen sich als Vibration auf die Außenfläche übertragen. Dieses Verfahren wird in der Regel deshalb genutzt, weil diese „Vibratormaschinen“ in großen Stückzahlen preiswert hergestellt werden können und somit den endgültigen Vibrator stark verbilligen. Die „Vibrationsstärke“ kann man dabei gar nicht direkt beeinflussen, sondern lediglich die Geschwindigkeit des Motors.

Theoretisch wäre es möglich, die Faktoren „Unwucht“ (das ist das Gewicht), Beschleunigung (das ist die Vibrationsstärke) und Drehzahl (die Frequenz) zu beeinflussen, jedoch würde dies andere und wesentliche teurere Technologien erfordern.

Um es ganz klar auszudrücken: Die üblichen Gleichspannungs-Elektomotoren mit den dabei verwendeten „Unwuchten“ können in Frequenz und Vibrationsstärke nicht getrennt geregelt werden – in Wahrheit wird nur die Rotationsgeschwindigkeit des Motors verändert. Es ist also kaum die Technologie, die Vibratoren unterscheidet, sondern die Art, in der man den Vibrationsmotor mehr oder weniger sinnvoll "verpackt" an die Frau bringt.

Die Sicht der Frau - Technik spielt fast keine Rolle

Betrachtet man die Dinge aus der Sicht der Frau, die Vibratoren anwendet, so spielen die „inneren Werte“ eines Vibrators so gut wie keine Rolle. Den meisten Frauen ist wichtig, dass der Vibrator hautfreundlich und anwendungssympathisch ist und dabei die gewünschte Funktion erfüllt. Normalerweise spielt dabei die „Vibrationsstärke“ für den „Wohlfühl-Effekt“ zunächst eine untergeordnete Rolle. Es scheint so zu sein, dass junge und in der Anwendung von Vibratoren wenig erfahrene Frauen eher die „sanfte“ Methode bevorzugen, während Frauen, die bereits viel Erfahrung mit Vibratoren haben oder die von vornherein eine besonders starke Stimulation suchen, auf Vibratoren ausweichen, die mit stärkeren Motoren und entsprechend größeren Schwungmassen („Unwucht“) auch stärkere Schwingungen („Vibrationsstärke“) auf die Klitoris bringen können. Solche Geräte verlangen in der Regel nach einer externen Spannungsversorgung oder einem externen, starken Akkumulator.

Frequenz und Vibrationsstärke getrennt einstellen beim Vibrator?

Was ergibt sich nun daraus? Nun, vor allem, dass man eigentlich Vibratoren brauchen würde, bei denen sich die Frequenz (das Vibrieren an sich, also die „Tonhöhe“) und die Vibrationsstärke (die „Rüttelbewegung“, also die eigentliche Vibration) getrennt einstellen lassen müsste. Die Technologien dafür sind längst vorhanden, aber die Umsetzung kostet derzeit noch viel Geld. Ob es wirklich nötig ist, ind eise Art von Hochtechnologie zu investieren, entscheiden die Hersteller – wenn es Kunden für solche Vibratoren gibt, werden sie es voraussichtlich wagen, diesen Edelmarkt aufzutun.

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