Hühnerbrüste und volle, sinnliche Brüste

Freitag, 10. September 2010
erotik-geschichten

„Zwei Hühnerbrüste bitte“, sagte ich leichthin zu der schönen Verkäuferin an unserem Marktstand, an dem es noch saftige, wohlschmeckende Hühnerbrust gibt. Ich bemerkte, wie mich die reife, für eine Marktfrau viel zu elegante und darüber hinaus stark geschminkte Frau schelmisch anlächelte und dabei ihren Kittel etwas raffte, wodurch mein Blick auf ihre schönen, vollen Brüste gelenkt wurde. Sie streifte langsam und sinnlich die Plastikhandschuhe über ihre Hände, sodass ich genau ihre lasziven Bewegungen sehen konnte, beugte ihren Oberkörper vor und fragte schließlich leise: „Sie lieben Hühnerbrüste, junger Mann?“ Ich errötete und stammelte eine Antwort, die wohl gelungen haben muss wie „Ja, ich liebe Brüste über alles“, jedenfalls wurde das Lächeln noch schelmischer als es ohnehin schon war, und sie antwortete: „Wie schön für Sie, junger Mann, ich persönlich liebe das Fleisch junger Hähnchen – es schmeckt einfach köstlich“. Dann verpackte sie die Hühnerbrüste in Folie und wickelte sie zuletzt in braunes Packpapier ein, kassierte und sagte zuletzt noch recht leise: „Werfen Sie das Packpapier nicht gleich weg, schöner Mann, vielleicht können Sie es noch einmal brauchen“.

Ich war froh, dass ich den Stand verlassen konnte: Mein Gesicht war inzwischen puterrot, weil ich nun verstanden hatte, was sie mit dem „Fleisch junger Hähnchen“ meinte. Nun ja, die jungen Mädchen am Blumenstand versuchten auch immer, zu flirten, und selbst die stramme junge Metzgerfrau machte beim Wurstverkauf ab und an anzügliche Bemerkungen. Meiner Meinung nach tun sie es nur, damit männliche Kunden wiederkommen – weibliche List, nichts weiter.

Ich befreite die Hühnerbrüste aus dem Packpapier und wollte es gerade in den Müll werfen, als ich sah, dass es von innen mit Bleistift beschrieben war: „Sei mein Hähnchen – ab 20 Uhr“ – und dann folgte eine Telefonnummer.

Sollte ich? Ich mit meinen gerade 19 Jahren? „Hühnerbrüste“ hatte ich wirklich genug gesehen und geküsst, und mich lockten die vollen, fleischigen und sinnlichen Brüste der reifen Frau.

Ja, ich rief sie an, stammelnd und furchtsam - schließlich wollte ich nicht als Hähnchen gegrillt werden. Doch was ich dann erlebte, war so wild und sinnlich, dass ich es hier wirklich nicht erzählen kann , nur dies will euch verraten: Die jungen Mädchen am Blumenstand flirten nicht mehr mit mir, seit ich dort jeden Freitag eine rote Rose kaufe.

Bild © 2007 by Dylan Ashe

Gute Erotik-Geschichten: Worauf kommt es an?

Samstag, 28. August 2010
erotik-geschichten

Wir haben in diesem Blog schon mehrfach versucht, uns auf die Autorinnen und Autoren erotischer Geschichten unter Ihnen zu konzentrieren, aber bisher sind wir daran gescheitert, dass wir nicht genügend Texte für Sie aufbereiten konnten. Wir sind dabei auch auf Ihre Manuskripte angewiesen. Vorab geben wir Ihnen aber schon einmal die zehn wichtigsten Tipps für Erotik-Autorinnen und Autoren:

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1. Schreiben Sie in der aktiven ICH-Form.
2. Wählen sie die Form der Kurzgeschichte.
3. Charakterisieren Sie die übrigen handelnden Personen kurz und knapp.
4. Schildern Sie die Handlungen immer aus der eigenen Perspektive, nicht aus der Sichtweise anderer handelnder Personen.
5. Reihen sie keine sexuellen Handlungen aneinander wie Glieder von Ketten.
6. Vermeiden sie Klischees und jede Form von Erotikkitsch.
7. Wählen Sie eine eindeutige, glaubwürdige Ausdrucksweise, die ihrem Helden oder ihrer Heldin entspricht.
8. Versuchen Sie ausführlich zu schildern, was Ihr Held/ihre Heldin vor, während und nach der erotischen Handlung fühlte.
9. Schildern Sie die Handlungen selber möglichst hautnah, so, als wäre der Leser dabei gewesen.
10. Schließen sie die Story mit einem Satz ab, der die Fantasie der Leser weiterhin anregen soll.

Wollen Sie mehr Tipps? Haben Sie Beispiele, die Sie der Redaktion zur Beurteilung einschicken wollen? Sollen wir ihre Manuskripte prüfen? Wir tun es sehr gerne kostenlos für Sie.

Der sozial korrekte Erotikschriftsteller

Montag, 12. Juli 2010
erotik-geschichten

Manche Schriftsteller schreiben über das, was sie erleben, und andere geben das wider, was sie sich erdenken. In dieser Welt der einfachen, grausamen Realitäten ist es schwer, einen Roman zu schreiben, der nur auf Tatsachen beruht – ach, wie langweilig wäre er. Sehen Sie, wenn Sie einen Kriminalroman schreiben, dann möchten Sie nicht wissen, wie es ist, erschossen oder vergiftet zu werden, und sie kennen nicht im Geringsten auch nur den winzigsten Teil der Seele einer Frau, die ihrem Geliebten das Gift in den Wein schüttet und dann leise die Tür schließt, um seinen Tod nicht mit ansehen zu müssen. Sie wissen nichts, aber auch gar nichts darüber, wie es ist, der Ex-Geliebten eine Pistole an die Schläfe zu halten und ihre letzten Blicke zu ertragen, bevor man ihrem Leben ein Ende macht.

Ich weiß es auch nicht, und Millionen anderer Schriftsteller dieser Erde wissen es ebenfalls nicht. Es wird auch nicht von uns verlangt, solange wir Kriminalromane schreiben. Doch beim erotischen Roman wird plötzlich Authentizität verlangt. Wir sollten wissen, wie es ist, geküsst zu werden, mit Wachs beträufelt oder mit Eis stimuliert. Wir werden aufgefordert, uns in einen Mann zu versetzen, der beharrlich in eine viel zu trockene Vagina eindringt, und sollen gleichwohl die Gefühle der Inhaberin jener Vagina kennen und ausführlich beschreiben. Wir sollen wissen, wie sie sich fühlt, wenn sie einen Penis im Mund oder zwischen den Brüsten bewegt, wann, wie und wie ihre Orgasmen ansteigen und wo sie diese empfindet. Selbst wenn wir nicht einmal wissen, wo sich die Prostata eines Mannes befindet, sollen wir deren Entladungen beschreiben können –als Frauen wie auch als Männer.

Wir sollen Universalgelehrte der Liebeskunst sein, dazu Psychologen und möglichst auch noch Soziologen, sollen „politisch korrekt“ sowohl Genitalien wie auch Empfindungen beschreiben und nicht einfach dahinklecksen, dass die süße Sau beim Orgasmus gequiekt hat wie ein Schwein oder geröchelt wie Lassy oder geschnaubt wie Fury.

Manchmal denke ich: Ach, dürften wir doch einfach dichten, wie uns der Schnabel gewachsen ist und an rosa Spalten freuen, die sich für uns zwischen dunkelhäutigen Beinen öffnen. Nein, nein – wir dürfen es nicht. Also müssen wir professoral bleiben und alles abhandeln wie ein gepflegtes Gespräch zwischen einer älteren Schriftstellerin und einem jungen Mann, der etwas über die Liebe wissen möchte, während sie ihn einerseits verführen will, den Mund zu öffnen und andererseits dazu, seine Liebeskünste an ihr zu erproben. Politisch korrekt dürfen wir nicht einmal die Rollen tauschen: ein älterer Schriftsteller und eine junge Frau? Nein, er hält sich eine Muse, wie ekelhaft. Am Ende wird er sie ja doch in den Schmutz stoßen, nicht wahr?

Aber ein junger Mann? Soll sie ihn doch verderben, auszehren, entsamen, als Stute wie auch als Hengst gebrauchen und beizeiten ausreichend verdorben auf einer Party als Toyboy versteigern. Warum eigentlich nicht?

Fragt mich nicht nach dem "Warum?" – ich weiß es nicht. Aber ich denke ernsthaft über eine erotische Novelle nach. Ihr auch?

Das „erste Mal“ erotisch …

Samstag, 17. April 2010
erotik-geschichten



Die deutschsprachige erotische Literatur, die gegen Ende des 19. Jahrhunderts geschrieben oder verbreitet wurde, hatte ein wesentliches Merkmal: Immer wieder wurde der Zauber der Entjungferung beschrieben, und zwar zumeist so:

1. Die junge Frau hatte bereits in irgendeiner Form per Zufall einen Geschlechtsakt gesehen (etwas damals absolut ungewöhnlich war).
2. Sie hat selbst oder durch eine Freundin entdeckt, wie schön es ist, bestimmte Körperteile zu streicheln und zu liebkosen.
3. Sie ist neugierig darauf, wie es ist, von einem Mann beschlafen zu werden.
4. Sie begibt sich unvorsichtig in eine Situation, in der sie für einen Mann zugänglich wird.
5. Sie sträubt sich ein wenig, um dann endlich die wundervollen Glücksgefühle zu erleben, die von der körperlichen Liebe ausgehen.

Sehr realistisch ist das nicht – doch wie kann man zugleich erotisch und realistisch sein? Wie oft schmerzt das erste Mal in der Seele? Wie ist es, einfach „genommen zu werden“, auch wenn man vorher eingewilligt hat? Wie oft wird das „erste Mal“ es tatsächlich „im Vorbeigehen“ erledigt („ich sah weiter fern, während er es mit mir tat. Es war keine große Sache für mich“) ja – und wie oft war es eigentlich wirklich schön?

Nehmen wir einmal an, Sie hätten nun Ihre Fakten darüber parat – könnten Sie daraus dennoch oder gerade deswegen eine erotische Geschichte schreiben? Was meinen Sie? Und wenn Sie es nicht können, halten Sie überhaupt für möglich, das „erste Mal“ sinnlich zu schildern?

Hörbücher für besondere Vorlieben

Dienstag, 13. April 2010
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Besondere Vorlieben der Männer wurden früher gerne in Büchern beschrieben oder in DVDs umgesetzt – mal glaubwürdig, sodass geneigten Herren Schauer über den Rücken liefen, mal lächerlich, sodass eher die Lachmuskeln anschwollen als der Penis.

Was aber, wenn die Geschichten von einer Frau erzählend vorgetragen werden? Ich habe mir gerade eine erzählen lassen – aus einem Hörbuch. Die Erzählerin ist Gabriella de Mundo, die Geschichte selbst stammt nach Eigenangaben von einer dominanten Frau, die sich „Lady Sandrine“ nennt.

Die Geschichte dürfte nach den optischen und akustischen Eindrücken sowie einer uns eingesandten Pressemitteilung vor allem Fußliebhaber ansprechen. Da ich nie das Vergnügen hatte, der Lady in einem „Erotikchat zu dienen“ (ich meide solche Orte) und ich auch ihre High-Heels-Sammlung weder virtuell noch in vivo genossen habe, kann ich nicht wirklich beurteilen, ob die Geschichte „Im Dienste der Lady“ ein adäquater erotischer Hörgenuss ist oder nicht. Das gehörte Beispiel warf mich indessen nicht gerade vom Hocker, die Geschichte selber ist allerdings spannend aufgebaut.

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